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Kennzeichnung Ex-Schutz Produkte
 
II 2 G EEx ib ed IIC T6Neu in Verkehr gebrachte Ex-Schutz-Produkte müssen seit dem 30.06.2003 gemäß Richtline 94/9/EG gekennzeichnet sein. Sie wird oft als ATEX (ATEX steht für Atmosphères Explosibles) bezeichnet, Formulierungen wie Kennzeichnung nach "ATEX-Norm", wobei auf ATEX 100, ATEX 100a bzw. ATEX 95 (dies wohl die letzte Version) Bezug genommen wird, werden auch gerne benutzt. 
Kennzeichnung von Ex-Schutz-Produktenex

- EX (neue) internationale Norm

- EEX (alte) EU-Norm


Die folgende Tabelle erläutert deren einzelnen Elemente sowie die alternativen und zusätzlichen Kennzeichnungs-Elemente von Geräten für den Staub-Ex-Bereich:

Beispiel Benennung Klartext Übersicht
II
II 2 G EEx ib ed IIC T6

Gerätegruppe

Einsatz in allen Bereichen außer Bergbau Gerätegruppen

  • I = Bergbau
  • II = alle Bereiche außer Bergbau
2
II 2 G EEx ib ed IIC T6

Gerätekategorie

Einsatz in Zone 1 bzw. Zone 21

Gerätekategorien

  • 1 = geeignet für Zone 0 bzw. Zone 20
  • 2 = geeignet für Zone 1 bzw. Zone 21
  • 3 = geeignet für Zone 2 bzw. Zone 22
  • M1 = geeignet zum Einsatz im Bergbau (ähnlich Zone 0 bzw. 1)
  • M2 = geeignet zum Einsatz im Bergbau (ähnlich Zone 2)
G
II 2 G EEx ib ed IIC T6

Einsatzbereich

Einsatz in Ex-Medium Gas Ex-Medien (Atmoshäre)
  • G = Gas
  • D = Staub

Bemerkungen:
Für den Einsatz im Bergbau wird das Umgebungsmedium nicht angegeben.

EEx
II 2 G EEx ib ed IIC T6

Normkennzeichnung

Gerät entspricht aktuellen EU-Ex-Schutz-Normen Bemerkungen:
Konformitätserklärung ohne weitere Angaben.
ib ed
II 2 G EEx ib ed IIC T6

Zündschutzart(en)

Gerät ausgestattet mit Zündschutzarten Eigensicherheit (ib), erhöhte Sicherheit (e) sowie druckfeste Kapselung (d) Zündschutzarten:
  • o = Ölkapselung
  • p = Überdruckkapselung (Schutz höher als bei nP)
  • q = Sandkapselung
  • d = druckfeste Kapselung
  • e = erhöhte Sicherheit
  • ia = Eigensicherheit
  • ib = Eigensicherheit
  • m = Vergußkapselung
  • s = sonstiger Zündschutz (Sonderschutz)
  • n = Schutz ausreichend bei Normalbetrieb mit geringer Wahrscheinlichkeit auftretender ex-fähiger Gasatmosphäre (Zone 2)
  • nA = nichtfunkend
  • nC = geschützte Kontakte
  • nR = Gehäuse schwadensicher
  • nL = energiebegrenzt
  • nP = einfache Überdruckkapselung
Bemerkungen:
Hiermit werden zusätzliche Zündschutzmaßnahmen gekennzeichnet, die in unterschiedlicher Weise verschiedene Geräteteile betreffen können (zusätzliche Isolierung der Bauteile von ihrer Umgebung, besondere Begrenzung der Energieabgabe von Bauteilen beziehungsweise deren, gegenüber vergleichbaren Normteilen, aufwendigere Konstruktion).

In einem Gerät können mehrere Zündschutzarten zur Anwendung kommen.

Bei der Angabe der Explosionsschutz-Kennzeichnung werden unterschiedlichste Reihenfolgen bzw. Gruppierungen der Kürzel benutzt (z.B. ed oder e d), teilweise liegt auch eine Redundanz der Inhalte vor (z.B. wird Eigensicherheit sowohl durch ia als auch ib oder nur i gekennzeichnet).

IIC
II 2 G EEx ib ed IIC T6

Explosionsgruppe
Ex-Anwendung

Gerät ausgelegt für Explosionsschutzanwendung Gruppe II für Umgebungen mit hoher Explosionsneigung Explosionsgruppen:
  • A = Explosionsneigung gering
  • B = Explosionsneigung mittel
  • C = Explosionsneigung hoch

Explosionsschutzanwendungen:

  • I = Bergbau
  • II = alle Einsatzbereiche außerhalb des Bergbaus

Bemerkungen:

Diese Angabe ist nur für Geräte, die im Gas-Ex-Bereich zum Einsatz kommen nötig.

Der Begriff Explosionsneigung dient zur Klassifizierung der Einsatzumgebung des Betriebsmittels nach steigender Explosionsgefahr. Der Begriff Explosionsschutzanwendung dient zur Klassifizierung des Betriebsmittels nach Einsatzort (im Bergbau liegt der Schwerpunkt auf Schlagwetterschutz [Methan], außerhalb davon sind viele und in ihren Eigenschaften unterschiedliche Medien zu berücksichtigen). Hier liegt eine Redundanz mit der Euronorm vor (die der Ex-Kennzeichnung vorangestellte Gerätegruppe beinhaltet dieselbe Aussage).

Die im Beispiel vorgestellte Schreibweise stellt eigentlich eine Mischform aus der Zusammenfassung der Kürzel für Explosionsschutzanwendung (römische Ziffer) und Explosionsschutzgruppe (Großbuchstaben) aus der früheren (deutschen) Ex-Schutz-Norm dar. Die Schreibweise kann mit oder ohne Leerzeichen, getrennt (wie z.B. in der früheren Bezeichnung EEx II ia C T6) und/oder auch in anderer Reihenfolge ausgeführt sein.

T6
II 2 G EEx ib ed IIC T6

Temperaturklasse

Die maximale (im Falle eines Fehlers) vom Gerät auf das Umgebungsmedium einwirkende Oberflächentemperatur beträgt 85°C Temperaturklassen:
  • T1 = 450°C
  • T2 = 300°C
  • T3 = 200°C
  • T4 = 135°C
  • T5 = 100°C
  • T6 = 85°C

Bemerkungen:

Die Angabe der Temperaturklassen in dieser Form ist für den Gas-Ex-Bereich zwingend vorgeschrieben, Geräte für den Staub-Ex-Bereich können entweder durch Angabe einer Temperaturklasse oder durch direkte Angabe der max. Oberflächentemperatur (z.B. durch Angaben wie T90°C oder 220°C) gekennzeichnet werden.

 
                     IP61

IP-Code
nur für Staub-Ex-Bereich

Gerät geschützt gegen Staubeintritt und senkrecht fallendes Tropfwasser IP-Codes (Auswahl):

Fremdkörper- und Berührungsschutz (erste Ziffer):

  • 5 = geschützt gegen Staubablagerung und Berührung
  • 6 = geschützt gegen Staubeintritt und Berührung
Feuchtigkeitsschutz (zweite Ziffer):
  • 0 = ungeschützt
  • 1 = Tropfwasser, senkrecht fallend
  • 2 = Tropfwasser, Neigung 15°
  • 3 = Sprühwasser
  • 4 = Spritzwasser
  • 5 = Strahlwasser, gelegentlich bzw. schwach
  • 6 = Strahlwasser, stark
  • 7 = Untertauchen, gelegentlich
  • 8 = Untertauchen